Der Golem

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Traum oder Realität: Das im 13. Jahrhundert entstandene Ghetto von Prag ist kurz vor seiner aus hygienischen Gründen realisierten Renovation Schauplatz des weltberühmten Romans von Gustav Meyrink. Sein Golem aber streift nur die alte Sage des von Rabbi Löw erschaffenen Golems, den er zum Schutz seiner Gemeinschaft aussandte. Meyrinks Roman verkörpert vielmehr die Wende vom einstigen sozial verkommenen Ghetto zur Moderne, die diesen Stadtteil niederreissen lässt. Der Ich-Erzähler träumt Athanasius Pernath der Gemmenschneider zu sein. Dieser steht an der Schwelle zwischen einem "Hüben" und "Drüben", er ist auf der Suche nach sich selbst. Angeblich wegen einer seelischen Erkrankung ist seine Kindheit und Jugend in Vergessenheit geraten. Der Kontrast zwischen dem geistigen Jenseits und dem materialistischen Diesseits verkörpert sich in den Figuren des gelehrten Archivaren Schemajah Hillel einereits, andererseits dem Altwarenhändler und Millionär Aaron Wasserturm. Der anspruchsvolle, phantastische Roman behält seinen Spannungsbogen bis zum Schluss. Ab 16 Jahren, *****, Elisabeth Tschudi-Moser.

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Larissa Jun 20, 2023
4 stars
Compelling
Artistic
Implausible

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